Snacks für Kinder – Das empfehle ich

Snacks für Kinder

Manchmal ist es gar nicht so leicht, eine 2½-Jährige bei Laune zu halten. Dann ist es gut, wenn man was für Zwischendurch dabei hat. Doch welche Snacks für Kinder sind wirklich gut? Das sind meine Erfahrungen und Empfehlungen.


Der Markt für Kindersnacks ist ein riesiger. Neben bekannten Markenherstellern und den Eigenmarken praktisch aller Drogerieketten, gibt es mittlerweile zahlreiche Start-ups, die mitverdienen möchten.

Doch nicht alle Snacks sind auch gesund und viele erst ab einem bestimmten Alter geeignet. Vor allem Zucker spielt immer wieder ein große Rolle und sollte bei der Auswahl kindgerechter Zwischen“mahlzeiten“ berücksichtigt werden.

Inhaltsverzeichnis

Rohkost: Obst und Gemüse

Besonders gesund und auch abseits von Snacks ein wichtiger Bestandteil kindlicher Ernährung sind Obst und Gemüse.

Snacks für Kinder: Ein geschnittener Apfel
Ein geschnittener Apfel gehört wohl zu den besten und günstigsten Snacks für Kinder. – Foto: Jessica Lewis auf Unsplash

Fünf Portionen Obst und Gemüse pro Tag wird allgemein als Bestandteil der normalen Ernährung empfohlen. Eine Portion ist dabei so viel, wie in die Hand des Kindes passt.
In Streifen oder Stückchen geschnitten, halten Obst und Gemüse in einer wiederverschließbaren Dose einen ganzen Tag und können wunderbar beim kleinen Hunger zwischendurch gereicht werden.

Ab wann Rohkost für Kinder?

Obst und Gemüse als Rohkost sind für Kinder etwa ab Vollendung des ersten Lebensjahres geeignet. Voraussetzung ist, dass das Kind die Rohkost bereits selbst kauen kann und der Darm sollte anfangs nicht überfordert werden.

Die Arbeit sollte man schon aus Kostengründen nicht scheuen: Während ein Apfel etwa 50 Cent kostet und nur selbst geschnitten werden muss, kosten vorgeschnittene Äpfel aus der Supermarkt-Kühltheke etwa das 4-Fache.

Vorteile:

  • Günstig
  • müllfrei
  • gesund

Nachteile:

  • muss vorbereitet werden

„Quetschies“

Große Freude bereitet meiner Tochter immer wieder ein sog. „Quetschie“. Also Fruchtmus aus einem Kunststoffbeutel. Bei uns bleibt das mittlerweile aber eine absolute Ausnahme, etwa als „Notfallsnack“ beim Fliegen.

Denn auch wenn diese Quetschies einfach zu transportieren sind und sich bei Kindern als Snack größter Beliebheit erfreuen, so gibt es aus meiner Sicht doch viele Gründe, die gegen diesen schnellen Hungerstiller sprechen.

So enthalten „Quetschies“ recht viel Zucker. Zwar ist dieser Zucker häufig Fruchtzucker aus den verarbeiteten Früchten selbst, dieser relative Anteil ist durch die „pürierte Komprimierung“ doch recht hoch. 10g bis 14g pro 100g Mus enthalten die meisten Sorten. Ein Apfel liegt etwa bei 10g.

Schwerer wiegt aus Sicht von Zahnärzten aber die enthaltene Fruchtsäure und häufig zur Konservierung hinzugefügte Zitronensäure. Wenn Kinder den Fruchtbeutel dann selbst ausdrücken, umspült das Zucker-Säure-Gemisch die jungen Zähne und kann die Grundlage für ersten Karies bilden.

Auch die Ökobilanz der „Frucht aus dem Beutel“ ist alles andere als zeitgemäß. Zwar ist die Kunststoffverpackung grundsätzlich recyclebar. Doch wer denkt schon an Mülltrennung, wenn er oder sie gerade mit dem Nachwuchs unterwegs ist? Da hilft es auch nicht, dass einige Hersteller die Rücksendung leerer Verpackungen anbieten.

Vorteile:

  • praktisch
  • gut zu transportieren
  • bei Kindern äußerst beliebt

Nachteile:

  • teuer (ca. 1€/100g)
  • enthalten viel Zucker
  • schlecht für die Zähne
  • verursachen viel Müll

Knabbersachen

Sehr beliebt sind auch Knabbersachen aller Art. Ob Salzstangen oder Snacks aus gepufftem Mais und Reis: Sie kommen fast immer gut an. Aber auch hier gilt es, ein wenig auf die Inhaltsangaben zu achten.

Das Problem hier ist meist nicht der Zucker, sondern vielmehr der Salzgehalt. Insbesondere Snacks, die sich auch an Erwachsene richten, beinhalten viel Salz um den Geschmack zu verbessern.

Echte Salzstangen mit dem obligatorischen Extra-Salz sind für junge Kinder daher tabu! Zum Glück gibt es zahlreiche Alternativen.

Dazu gehören etwa Laugenknabbereien (Brezel und Stangen), die das Salz durch Sesam ersetzen. Etwas teurer, aber genauso beliebt sind Knabbereien aus Mais oder Reis, die sich speziell an Kinder richten und häufig nach Früchten schmecken und in lustigen Formen daher kommen. Wem das zu teuer ist, der wird auch mit klassischen Reiswaffeln oder Maiswaffeln für viel Freude sorgen.

Vorteile:

  • praktisch
  • z. T. recht günstig

Nachteile:

  • z. T. recht teuer
  • Salzgehalt z. T. recht hoch

Fruchtriegel

Als ich selbst noch Kind war, hat meine Mutter uns Kinder ab und zu mit Fruchtriegeln überrascht. Die gab es in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen, sie waren von außen in „Esspapier“ gepackt. – Und es gab sie (gefühlt) nur im Reformhaus.

Das ist heute anders. Jeder Drogeriemarkt hat in den Regalen für Kinderernährung ganz verschiedene Fruchtriegel für Kinder im Angebot. Mit unterschiedlichen Geschmacksrichtungen, von Markenherstellern oder auch als Eigenmarken, z. T. mit der Eignung ab dem 8. Lebensmonat beworben.

Was allen gemein ist: Viele Gramm Früchte werden auf etwa 10-12 Gramm Gewicht „verdichtet“. Der Zuckergehalt ist daher recht hoch, selbst wenn auf eine zusätzliche Süßung mit Kristallzucker verzichtet wird. Satt machen 10g Fruchtriegel aber kein Kind.

Die Folge bei unserer Großen: Wenn sie einen Riegel bekommt, wird 5 Minuten später trotzdem nach Salzstangen gefragt.

Vorteile:

  • praktisch
  • beliebt

Nachteile:

  • vergleichsweise teuer (50ct bis 1€ pro Riegel)
  • hoher Zuckergehalt
  • wenig nahrhaft

Nüsse und Trockenfrüchte

Nüsse, Kerne und Früchte aller Art liegen bei unserer Großen gerade voll im Trend. Auch zum Frühstück möchte sie am liebsten nur noch Cashews und getrocknete Cranberries essen.
Und grundsätzlich fördern wir das auch: Ob Cashews, Mandeln, Haselnüsse, Pekannüsse oder Walnüsse. – Gesund sind sie alle.

Ab wann dürfen Kinder Nüsse essen?

Ab etwa vier Jahren sind Kinder alt genug, um auch Nüsse und Trockenfrüchte zu essen. Vorher besteht immer die Gefahr, dass sich Kinder an den glatten, runden Nüssen verschlucken und diese dann in die Luftröhre oder Lunge geraten.

Snacks für Kinder: Nüsse und Trockenfrüchte
Nüsse, Kerne und Trockenfrüchte aller Art sind ein Prima Snack für unterwegs. Allerdings sind Nüsse erst für Kinder mit einem Alter von etwa 4 Jahren geeignet. Sonst droht die Gefahr, dass Nüsse in Luftröhre und Lunge gelangen können.
Foto: Irina Kostenich auf Unsplash

Das grundsätzliche Problem mit Trockenfrüchten ist aber auch hier der Zuckergehalt. Während man Nüsse und Kerne häufig geschält und sonst unbehandelt (also weder geröstet, noch gesalzen) bekommt, ist das bei getrockneten Früchten schon schwieriger.

Ob Bananenchips oder getrocknete Cranberries. – Meist sind diese Trockenfrüchte künstlich gezuckert, um den Geschmack noch ein wenig besser zu machen.

Achte also ein wenig auf die Angaben der Verpackung. Wenn du die Wahl zwischen verschiedenen Früchten hast, wähle die mit dem geringsten Gesamtzuckergehalt auf 100 Gramm Früchte und verzichte nach Möglichkeit auf Früchte, die gezuckert sind.

Vorteile:

  • beliebt
  • abwechslungsreich
  • gesund
  • praktisch

Nachteile:

  • Trockenfrüchte sind oft gezuckert
  • Dein Kind sollte etwa vier Jahre alt sein, um die Nüsse auch kauen zu können. Sonst besteht die Gefahr, dass eine Nuss in die Luftröhre gelangt.

Wichtig: Mit den Snacks keine Mahlzeit ersetzen

Europas Kinder werden immer dicker. Das liegt nach Einschätzung von Ernährungswissenschaftlern auch daran, dass wir es unseren Kindern zu gut meinen und häufig zu schnell mit kleinen Snacks die Laune heben wollen.

Um ein gesundes Essverhalten zu entwickeln, sollten Kinder auch lernen, Pausen von mindestens zwei Stunden zwischen den Mahlzeiten einzuhalten.

Versuche daher stets, dein Kind nicht zum Dauerfutterer zu erziehen. Ab und zu ein Snack zwischendurch ist okay und die nachmittägliche „Schmause-Pause“ ist in vielen Kitas Alltag.

Denn nur wenn Snacks die Ausnahme sind, bleiben sie spannend und auch gesund.

Foto von rawpixel auf Unsplash

Adrian

Author: Adrian

Ich bin Adrian, habe Hamburg liebengelernt und mich in Hamburg in meine Frau verliebt. Aus dieser Liebe sind zwei Töchter (*2016, *2018) hervorgegangen. Auf vaterjahre.de berichte ich vom Leben als Familie, von meinen Erfahrungen und unserer Erziehung, ich stelle spannende Produkte vor und lasse mich von und für Kinder-Apps begeistern. – Wenn sie gut gemacht sind.

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