Fliegen mit Ryanair: Einmal und nie wieder

Wer schon einmal mit Kindern geflogen ist, der weiß wie wichtig die Atmosphäre und das gute Gefühl ist, damit der Flug für alle gut wird. Bei unserem Flug nach Porto mit Ryanair haben sich uns die Abgründe des Billigfliegens eröffnet. Einmal und nie wieder.

Wie entspannt kann ein Flug werden, der trotz aller gebuchten Optionen für Priority-Boarding und Co. schon beim Besteigen des Flugzeugs mit der Aufforderung beginnt, schnell den Gang zu räumen?

Wie angenehm kann ein Flug sein, bei dem kurz nach dem Start der Verkauf von Getränken, Essen, allerlei Nippes und Lotterielosen beginnt?

Und wie schön kann ein Flug sein, bei dem das Flugzeug schon bei Betreten komplett verdreckt ist und an den Sitzen jegliche Annehmlichkeiten wie Gepäcknetze oder Tische fehlen?

Nicht sehr.

Bis zu unserem Familienurlaub in Porto bin ich selbst erst einmal mit Ryanair geflogen. Von Köln-Bonn nach London Stansted, für knapp 50€ hin und rück. Zu der Zeit war ich Student, hatte kein Geld, der Flug hat 1 ½ Stunden gedauert.

Die Situation jetzt war eine andere. Die Tickets haben für alle gut 400€ one way gekostet, wir waren mit zwei Kleinkindern unterwegs und die Flugzeit betrug knapp 3 Stunden. Ryanair haben wir nur deshalb gewählt, weil es ab Hamburg keine anderen Direktverbindungen gab.

Die Buchung war ein Fehler. Noch nie habe ich einen derart unmöglichen Flug erlebt, wie diesen. Es mangelte be Ryanair an allem, beginnend schon am Flughafen.

  • Beim Check-In in Hamburg wurden alle Ryanair-Flüge an zunächst einem (!) Schalter abgefertigt. Erst nach 45 Minuten Wartezeit in einer Schlange mit vielleicht 400 Menschen hat man sich erbarmt und zwei weitere Schalter geöffnet.
  • Das Boarding hat – natürlich – an einem Gate für Billigflieger und Außenpositionen stattgefunden. Gleichzeitig mit dem Boarding anderer Easyjet Maschinen. Wieder gut 400 Menschen in einer wild gemixten Schlange.
  • Durch unser extra zugebuchtes Priority-Boarding waren wir im ersten Bus zur Außenposition und vielleicht unter der ersten 10 Menschen an Board des Flugzeugs. Kaum eingestiegen, gab es die erste Durchsage, man möge sich schnell setzen und die Gänge räumen um ein schnelles Boarding zu ermöglichen.
  • Das Flugzeugs war komplett verdreckt.
  • Die Sitze waren unterirdisch. Die Sitzgurte stark aufgescheuert, die Sitze dreckig und unbequem, es fehlten Tische oder Gepäcknetze an den Vordersitzen.
  • Direkt nach dem – dann trotz aller Lautsprecherermahnungen – 30 Minuten verspäteten Start wurde der Verkauf der Speisen und Getränke begonnen. Über 3-5 Lautsprecherdurchsagen wurden die Mikrowellengerichte umfänglich angepriesen.
  • Direkt im Anschluss gab es Duty-free-Ware zum Erwerb.
  • Kurz darauf konnte man Lotterie-Lose der Ryanair-Lotterie erwerben. Hauptgewinn 1 Million Euro. Und man tut was für arme Kinder.
  • Angekommen in Porto (natürlich Außenposition) wurden wir dann angehalten, das Flugzeug schnell zu verlassen. Aber gern!

Dass Ryanair-Flüge nicht zum Non-Plus-Ultra gehören, war klar. Mit 400€ gehörte der Flug aber auch nicht unbedingt in die Kategorie Super-Billigflieger.

Zurück sind wir mit der Lufthansa geflogen. Gebucht auf TAP für ebenfalls 400€ in Summe. Top-Flieger, toller Service, durchweg angenehm. Einmal Ryanair mit der Familie reicht mir.

Adrian

Author: Adrian

Ich bin Adrian, habe Hamburg liebengelernt und mich in Hamburg in meine Frau verliebt. Aus dieser Liebe sind zwei Töchter (*2016, *2018) hervorgegangen. Auf vaterjahre.de berichte ich vom Leben als Familie, von meinen Erfahrungen und unserer Erziehung, ich stelle spannende Produkte vor und lasse mich von und für Kinder-Apps begeistern. – Wenn sie gut gemacht sind.

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