Geldanlage für Kinder

In Zeiten immer geringerer Verzinsungen sind Sparbücher und Tagesgeldkonten nicht mehr die richtige Anlageformen um für die eigenen Kinder Geld zurückzulegen. Doch Geldanlagen für Kinder müssen nicht immer risikobehaftet sein, es gibt auch einige Produkte ohne Risiko. Mein persönlicher Überblick.

Als ich Kind war, hatte ich ein Sparbuch von der örtlichen Volksbank. Das war blau und aus Papier und einmal im Jahr hat man sich zum Weltspartag über die neue Sparsumme gefreut. Auf diese Summe gab es jedes Jahr stattliche 3 bis 4% Zinsen und mit 18 Jahren konnte ich über diesen Batzen Geld endlich verfügen.

Allerdings ist das nun auch schon zwanzig Jahre her und seitdem hat sich auf dem Geldmarkt viel getan. Sparbücher werden in der Form von immer weniger Banken angeboten und Alternativen wie Tages- oder Festgeldkonten bieten kaum noch Zinsen.

Was also tun, wenn man auf der Suche nach Geldanlagen für Kinder ist, um dem eigenen Nachwuchs Geld für den Start in das Leben beiseite zu legen?

Anlagestrategie: Hohes Risiko oder risikofrei?

Grundsätzlich gilt: Je höher das Risiko, umso größer auch die mögliche Rendite. Die entscheidende Frage also ist: „Wie viel Risiko möchtest du bei der Geldanlage deines Kindes eingehen?
Von dieser Antwort ist dann abhängig, welche Produkte sich empfehlen.

Wenig Risiko: Tagesgeld und Festgeld, Kinderkonto

Wenn du kein Risiko eingehen willst, dann bist du mit klassischen Produkten wie Tagesgeld oder Festgeld gut versorgt.

Während du beim Tagesgeld täglich auf das Geld zugreifen kannst, ist es beim Festgeld für eine Zeit (in der Regel 3-10 Jahre) gebunden und nicht verfügbar.
Die Zinsen sind in jedem Fall aber mau: Beim Tagesgeld gibt es momentan kaum eine Bank, die mehr als 0,1% p.a. zahlt, beim Festgeld ist es marginal mehr.
Ich habe adhoc aber kein Angebot gefunden, dass wenigstens im Rahmen der jährlichen Preissteigerung (Inflation) von wenigstens 2,5% verzinst.
Im Ergebnis verlierst du jedes Jahr real Geld.

Besser als Geldanlage für Kinder sind dann spezielle Kinderkonten wie das „Mäusekonto“ der Hamburger Sparkasse (HASPA). Dort gibt es bis zu einem Guthaben von 500€ immerhin 3% Zinsen. Aber nur so lang das Kind höchstens 14 Jahre alt ist.

Das Kalkül der Bank ist klar: Da das Konto direkt auf das Kind angemeldet wird, beginnt die Kundenbindung schon im Kita-Alter.
Tatsächlich habe ich aber keine bessere Alternative gefunden.

Wenig Risiko: ETF-Fonds und ETF-Sparpläne

Risikobehafteter, aber dennoch in der Regel relativ sicher sind da ETF-Fonds und ETF-Sparpläne, die auf solchen Fonds basieren.

Das Besondere: ETFs bilden einen bestimmten Aktienindex (z. B. den DAX) oder mehrere Indizes ab und verhalten sich so, wie der Index es tut. Ihre Dynamik ist also dem der Indizes sehr ähnlich und das Risiko recht breit gestreut.

Dank einer Rendite, die im Schnitt immer über 3% liegt, sind ETFs als Geldanlage für Kinder hervorragend geeignet. Allerdings gilt auch für ETFs: Renditen werden nur über mittel- bis langfristige Zeiträume erwirtschaftet. Kurzfristig sind auch hohe Verluste möglich. Du solltest daher grundsätzlich nicht in Wertpapiere investieren, wenn du jederzeit kurzfristig wieder an das investierte Geld ran musst. – Wertpapiere und Fonds sind immer als langfristige Geldanlagen zu betrachten.

Viele Broker und Banken haben spezielle Produkte für Kinder und Jugendliche im Angebot. So bietet etwa die comdirect einen speziellen ETF-Sparplan für Kinder: Beim sog. „JuniorDepot“ sind Sparplanausführungen ab 25€ im Monat möglich, für speziell ausgewählte Wertpapiere fallen keine Orderentgelte an und die Depotführung ist kostenlos.

Um das Risiko möglichst breit zu streuen, empfehlen Experten (wie die von „Finanztest“) möglichst in breit gestreute Indizes wie „MSCI World“ oder den „MSCI ALL Country World“ zu investieren.

Hohes Risiko: Aktien

Wer bereit ist, ein hohes Risiko einzugehen, der fährt mit Aktien genau richtig. Hier ist die Rendite besonders hoch, wenn’s gut läuft. Wenn’s schlecht läuft und man auf professionelle Unterstützung verzichtet oder einfach auf die falschen Aktien setzt, dann kann man jedoch auch einen Totalverlust erleiden.

Da ich selbst null Erfahrung mit derlei Wertpapieren habe, kann ich hierzu auch nichts sagen. Am besten mal bei der Bank des Vertrauens nachfragen.

Fazit

Wer nach einer Geldanlage für Kinder sucht, sollte sich von den klassischen Kontoformen wie dem Tagesgeld- oder Festgeldkonto eher verabschieden. Die sind zwar sicher, bieten – unter’m Strich – aber eigentlich eine negative Rendite, wenn man die jährliche Inflation berücksichtigt.

Eine Alternative kann ein Kinderkonto sein. Diese Konten bieten höhere Renditen um 3%, sind aber meist bis zu einer dreistelligen Höhe gedeckelt und die Verzinsung wird nur in den ersten Lebensjahren bis zur Pubertät gewährt.

Eine höhere Rendite bieten Wertpapiere. Da diese aber auch mit einem höheren Risiko belastet sind, solltest du in ETFs investieren. Bereits ab 25€ im Monat kann man hier für das eigene Kind ein ganz erträgliches Vermögen aufbauen.
Wenn du eine besonders hohe Rendite erwartest, sprich‘ am besten mit der Bank des Vertrauens. Du solltest dir dann aber auch vor Augen halten, dass hochriskante Wertpapiergeschäfte auch immer in einem Totalverlust des Ersparten enden können.

Disclaimer: Ich berichte hier von persönlichen Erfahrungen und gebe explizit keine Kaufempfehlung, etc. ab. Wertpapiergeschäfte sind immer risikoreich, eine falsche Investition kann unter Umständen zum Totalverlust des Vermögens führen.

Adrian

Author: Adrian

Ich bin Adrian, habe Hamburg liebengelernt und mich in Hamburg in meine Frau verliebt. Aus dieser Liebe sind zwei Töchter (*2016, *2018) hervorgegangen. Auf vaterjahre.de berichte ich vom Leben als Familie, von meinen Erfahrungen und unserer Erziehung, ich stelle spannende Produkte vor und lasse mich von und für Kinder-Apps begeistern. – Wenn sie gut gemacht sind.

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