Wir haben jetzt einen Garten, also wird es Zeit für ein neues DIY Projekt: Wir bauen uns eine Matschküche!
Seit etwa 6 Monaten leben wir in einem Haus mit Garten. Der macht verdammt viel Arbeit, lohnt sich aber schon jetzt: In jeder sonnigen Minute verbringen unsere Töchter dort Zeit und spielen. So haben wir uns das immer gewünscht.
Was ich mir wünsche: KEINE Spielgeräte und Sandkisten. Gibt es auf dem Spielplatz, stellt den Garten voll und wird – so habe ich es schon vielfach bei anderen Familien gesehen – im Zweifel ja eh kaum genutzt.
Außerdem sieht’s ziemlich oft ziemlich hässlich aus.
Wozu ich mich breitschlagen habe lassen: Eine Matschküche. Kann man schön gestalten, nimmt wenig Platz weg und vor allem kann ich was basteln. Los geht’s!
Matschküche selber bauen
Mir schwebt eine Kombination aus Küchenzeile mit eingelassener Schüssel und massiver Rückwand mit Haken für’s Spielgerät vor.
Ein Zwischenboden ist die Ablagefläche für Töpfe und Schaufeln, die eingelassene Schüssel soll verdeckt sein.
So sieht es vor meinem geistigen Auge aus:

Um die Matschküche möglichst langlebig zu machen, sollen Arbeitszeile und Rückwand aus wetterbeständigem Massivholz sein. Douglasie oder Lärche eignen sich dafür besonders gut.
Zum Verbinden möchte ich zudem möglichst nur Schrauben verwenden.
Material für die Matschküche
Insgesamt brauchst Du bei dieser Anleitung:
- 15 Holzlatten, z. B. Lärche oder Douglasie
Maße: 115 cm x 15 cm x 2 cm - 2 Holzlatten, z. B. Lärche oder Douglasie
Maße: 60 cm x 15 cm x 2 cm - eine Schichtholzplatte, z. B. Birke-Multiplex
Maße: ca 40 cm x 40 cm (Schau nach Resten im Baumarkt!) - 4 massive Holzblöcke,
etwa 10 x 10 x 10 cm - 4 Flachwinkel
6 x 6 x 1 cm - 4 Stuhlwinkel
3 x 3 x 1,5 cm - 2 Flachverbinder oder T-Flachverbinder
- 2 lange Latten (günstigere Qualität, z. B. Fichte)
Maße: 100 cm x 10 cm x 2 cm - 3 mittellange Latten (günstigere Qualität, z. B. Fichte)
Maße: 80 cm x 10 cm x 2 cm - 4 kurze Latten (günstigere Qualität, z. B. Fichte)
Maße: 45 cm x 10 cm x 2 cm - 4 Metallhaken weiß lackiert
(Anzeige: z. B. diese von Amazon, 12 Stück für aktuell €6,99) - 1 Schüssel, z. B. emailliert
(Anzeige: z. B. diese von Amazon für aktuell etwa €12, alternativ gebraucht bei eBay Kleinanzeigen o.ä.) - hochwertige Schrauben, selbstschneidend:
- ca. 20x 2 cm Länge,
- ca. 80x 4 cm Länge
- ca. 20x 6 cm Länge

Werkzeug
Darüber hinaus solltest Du das folgende Werkzeug parat haben:
- Akkuschrauber mit passenden Bits
- Stichsäge
- Holzbohrer
- Schnur
- Bleistift
- Maßband oder Zollstock
- 2-3 Blatt Schleifpapier, 80er Körnung
(noch besser: Schleifgerät; geht aber auch ohne)
Aufbauanleitung
Schritt 1: Rückwand
Zunächst bauen wir die Rückwand.
So soll sie von hinten später in etwa aussehen:

Damit das möglichst stabil ist, wird die Rückkonstruktion mit massiven Flachwinkeln und -verbindern zusammengehalten. Auf diese Konstruktion werden dann von vorn die sichtbaren Latten quer aufgeschraubt.
Verbinde zunächst die zwei 100 cm langen Latten (für oben und unten) mit den drei 80 cm langen Latten wie auf der Schemazeichnung.
Nun legst Du die Konstruktion auf die ausgerichteten Latten und schraubst diese auf. Achte dabei darauf, dass die Latten bündig liegen und die Rückkonstruktion ziemlich mittig hinter den Latten liegt.
Beginne mit dem Verschrauben der Latten von unten.

Schritt 2: Arbeitsfläche
Etwas anders gehst Du bei der Arbeitsfläche vor.
Hier baust Du zunächst aus jeweils zwei Holzblöcken und einer 60 cm kurzen Latte zwei “Brücken”.
An den langen Seiten der Brücken befestigst Du die kürzeren, 60 cm langen “schönen” Latten nun, einmal von links, einmal von rechts.
Nun verwendest Du eine der 115 cm langen Latten und verbindest damit die zwei Brücken von vorn.
Achte darauf, dass alle Latten an der Oberseite bündig anliegen und die Schnittkanten des kurzen Sichtschutzes überdecken.
Nun legst Du insgesamt 3 der 115 cm langen Latten von oben auf die Brücken und verschraubst sie.
Schritt 2.1: Ausschnitt Spüle
Würdest Du für die Emaille-Schüssel (die “Spüle”) direkt einen Ausschnitt in die Beplankung der Arbeitsfläche machen, würde den Latten der Halt fehlen. Du benötigst daher eine Unterkonstruktion. Die baust Du mit der Multiplexplatte.
Multiplex ist für den Einsatz in der Witterung nicht wirklich gut geeignet und wird sich über die Jahre auflösen. Alternativ kannst Du auch eine Massivholzplatte verwenden. Doch auch Leimholz wird irgendwann brechen und “richtiges” Massivholz sich irgendwann verziehen.
Wenn Du eine bessere Idee für ein passendes Material hast, schreibe es bitte in die Kommentare!
Zunächst musst Du die Mitte der quadratischen Platte finden. Dafür ziehst Du einfach von den Ecken diagonale Linien. Dort, wo sich die Linien kreuzen, ist die Mitte der Platte.
In diese Mitte schraubst du zunächst eine Schraube. An diese Schraube knotest Du ein Stück Faden. Nun ermittelst Du den Radius Deiner Schüssel.
(Alternativ kannst Du auch Dein Maßband verwenden.)
Meine Schüssel hat einen Durchmesser von 32 cm, der Radius beträgt also 16 cm.
Zwischen Mittelpunkt der Platte und dem Sägeblatt der Stichsäge müssen also etwas weniger(!) – die Schüssel soll ja nicht durchrutschen! – als diese 16 cm sein.
Du knotest daher Deinen Stift mit etwas weniger als dem Radius Abstand fest und ziehst um den Mittelpunkt herum einen Kreis.
Miss nochmal nach: Ist der Kreis rund und wirklich etwas geringer als der Radius Deiner Schüssel?
Wenn ja, dann sägst Du ein entsprechendes Loch in Deine Platte. Dazu bohrst Du mit dem Holzbohrer zunächst in die Platte. Ab diesem Loch kannst Du dann mit der Stichsäge den Ausschnitt sägen.


2) Hier kommt eine Schraube rein, mit der Du dann einen schönen Kreis ziehen kannst.
Diese Unterkonstruktion schraubst Du nun – am besten von unten – an die Stelle der Arbeitsplatte, an der später die Spüle sein soll. Wichtig: Du musst an jeder Latte von beiden Seiten des Kreises am besten zwei Schrauben verwenden. Nur so haben Spüle und Arbeitsplatte später genug Halt.

In Echt sieht das Ganze an dieser Stelle mit der Konterlattung etc. natürlich schon anders aus.
Ist das geschehen, sägst Du abermals den passenden Ausschnitt, diesmal in die Arbeitsplatte.

Schleife die Kanten des Ausschnitts schön glatt. Da die Schüssel nur eingelegt wird (um sie besser reinigen zu können), könnten sich Deine Kinder an scharfen Kanten verletzen.
Schritt 2.2 Arbeitsfläche und Rückwand verbinden
Nun wird es etwas fummelig und Du holst Dir am besten zwei weitere helfende Hände. Denn Du verbindest jetzt die Rückkonstruktion mit der Arbeitsplatte.
Stelle dazu die Arbeitsfläche auf der breiten Seite auf und lege die Rückkonstruktion so auf, dass zwischen Oberfläche Arbeitsplatte und Unterkante Rückwand etwa 60 cm sind. Das ist eine gute Arbeitshöhe für Kinder zwischen 3 und 6 Jahren.
Achte darauf, dass der Abstand auf beiden Seiten gleich ist, sonst ist deine Matschküche später schief.
Die zwei weiteren Hände halten die Rückwand jetzt, damit Du mit sechs der langen Schrauben (drei links, drei rechts) von hinten durch die Rückwand in die 10x10cm Klötze Deiner Brückenkonstruktion der Arbeitsplatte schraubst. Das ist stabil genug.
Aufgestellt sieht das dann so aus:

Schritt 3: Vorderbeine bauen
Jetzt sieht die Konstruktion zwar schon aus wie eine Matschküche, sie steht so aber noch nicht sicher. Es fehlen Vorderbeine.
Hier musst Du jetzt ein wenig experimentieren.
Anders als in der Skizze habe ich mich etwa gegen Vierkanthölzer entschieden, sondern abermals die Latten verwendet, die auch beim Rest der Konstruktion zum Einsatz kommen.
Du nimmst daher eine dieser Latten (ist im Baumaterial berücksichtigt!) und kürzt sie auf die benötigte Länge. Das solltest Du einmal nachmessen, weil das von deinen verwendeten Materialien bzw. deren Maße abhängt.
In meinem Fall:
60 cm (Höhe der Arbeitsfläche)
– 2 cm (Stärke der Arbeitsflächenlatte)
– 2 cm (Stärke der Latte in der Brückenkonstruktion)
– 10 cm (Höhe der verwendeten Holzquader in der Brückenkonstruktion)
–––––––––––––––––––––––
≈ 46 cm
Diese Latten habe ich nun seitlich im vorderen Bereich unter die Arbeitsplatte geschraubt.

Schritt 4: Regalboden
Wie in einer echten Küche auch, müssen auch in der Matschküche nicht verwendete Kochutensilien irgendwo abgestellt werden ohne auf der Arbeitsfläche zu stören.
Unsere Matschküche bekommt daher einen Regalboden.
Hierzu verschraubst Du einfach drei Latten mit etwas Konstruktionsholz zu einem Brett:

Das vorderste Brett bekommt links und rechts je noch einen 4 cm breiten Ausschnitt, um zwischen die Vorderbeine zu passen.
Dieses Regelbrett verschraubst Du dann auf etwa 30 cm Höhe zwischen der Rückwand und den Vorderbeinen.
Hierbei kommen die Stuhlwinkel zum Einsatz, um der Konstruktion weitere Stabilität zu geben.

Deko & Haken
Nun ist sie praktisch fertig, Deine Matschküche, es fehlen einzig noch Haken oder andere Deko, um die Küche noch mehr nach Küche aussehen zu lassen.
Ich habe mich dabei für 4 weiße Metallhaken entschieden, die ich bei Amazon gefunden habe. (Anzeige: Passende weiße Metallhaken bei Amazon, 12 Stück für aktuell €6,99)
Diese habe ich in Griffhöhe an der Rückwand angebracht.
Deiner Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt.
Ich freue mich auf weitere Ideen in den Kommentaren! ↓

Wichtig: Abschleifen!
Bevor Du Deine Kinder an die Matschküche lässt, solltest Du alle Oberflächen und insbesondere alle Kanten ordentlich abschleifen!
Das macht zwar nochmal richtig viel Arbeit, verhindert aber Verletzungen durch Splitter und scharfe Kanten.
Damit ist Deine Matschküche dann aber fertig und Deine Kinder können mit dem Kochen und Spielen beginnen.
Ein Tipp noch: Tu Dir selbst den Gefallen und kaufe im Baumarkt einen Sack Spielsand (kostet keine €5). Wir haben am Anfang auch Erde aus dem Garten genommen und das nach fünf Minuten bereits bereut.
Fragen & Anregungen zur Matschküche
Wenn Du Fragen zum Bau Deiner Matschküche hast, schreib sie einfach unten in die Kommentare. ↓ Ich beantworte – eigentlich zeitnah – alles!
Ich freue mich zudem über Hinweise, wenn mal was nicht klappt oder Anregungen zur Optimierung. Das hinterlasse bitte auch in den Kommentaren. ↓
Und jetzt wird gespielt…




Hallo Adrian, wie viel hat die Küche den insgesamt gekostet? Lg Natalie
Das kann ich dir gar nicht genau sagen, da bei mir alles aus übrig gebliebenen Resten (Holz, Schrauben, etc.) gebaut wurde.
Eine Materialliste ist ja im Artikel, da müsstest du sonst einmal bei deinem örtlichen Baumarkt nachrechnen.
Vielen Dank für die tolle Anleitung, werde ich nachbauen.
Ich glaube eine Siebdruckplatte könnte als Arbeitsfläche recht sinnvoll sein.