Hilfe, mein Kind ist in der Wackelzahnpubertät 😱

Wackelzahnpubertät

Unsere Große ist jetzt 6 geworden. Benimmt sich aber wie 16 und in der schlimmsten Phase der Pubertät. Könnte darin liegen, dass sie mitten in der Wackelzahnpubertät steckt.


Stimmungsschwankungen, emotionale Ausbrüche von Schreien bis Weinen, Türenknallen, sich ungeliebt fühlen. – Das alles sind ja Dinge, die wir von der eigenen Pubertät kennen und auf die wir uns bei unseren Töchtern irgendwann einstellen.

Nun beginnt die Pubertät insbesondere bei Mädchen ja immer früher, bei manchen Kindern mitunter schon mit 8 oder 9 Jahren. Aber Pubertät schon mit sechs Jahren?

Wackelzahnpubertät mit 5 Jahren

Tatsächlich findet im Körper von fünf- oder sechsjährigen Kindern viel gleichzeitig statt. So viel, dass die Emotionen schon mal komplett verrückt spielen. Man spricht dann von der Wackelzahnpubertät, der Milchzahnpubertät, der Zahnlückenpubertät oder auch einer 6-Jahreskrise. Anders als die echte Pubertät ist diese “kleine Pubertät” aber nicht hormonell bedingt.

Was führt bei Kindern zur Wackelzahnpubertät?

Bei unserer Großen sehen wir aktuell sehr gut, was alles passiert: Auf einmal malt sie anders, sie fängt an selbstständig zu lesen und schreibt mehr als bloß ihren Namen. Das Spiel mit Gleichaltrigen verändert sich und sie ist an ganz anderen Dingen interessiert.

Dazu kommen körperliche Veränderungen: Die letzten kleinkindlichen Gesichtszüge verschwinden, sie schießt in die Höhe und verliert Zähne.

Dieses sehr schnelle körperliche und geistige Wachstum zwischen fünf und sieben Jahren führt bei manchen Kindern dazu, dass sie manchmal ihre Emotionen nicht mehr zu kontrollieren wissen. Sie sind mit einem Mal sehr sensibel und emotional empfindlich.

Emotionale Ausbrüche in der Milchzahnpubertät

Wackelzahnpubertät: Traurigkeit und Wut gehören dazu
Viele Kinder reagieren in ihrer Wackelzahnpubertät mit Traurigkeit und Zorn auf die kleinsten Kleinigkeiten.

Selbst Kleinigkeiten und Nichtigkeiten führen bei unserer Großen zu kleinen Krisen, auf die sie mit Zorn und Wut, Traurigkeit und einem Gefühl des Verlassenseins reagiert.
Dann will sie nicht mehr mit uns am Abendbrottisch setzen, sondern schottet sich zornig auf der Treppe ab. Wenn wir dann aber nicht drei- bis zehnmal fragen, ob sie mitessen will, kullern dicke Tränen.

Schon 20 Minuten später kann sie diese Gefühlsausbrüche aber nicht mehr erklären.

Nicht mehr klein, noch nicht groß

Zu diesen körperlichen und geistigen Veränderungen kommen zusätzliche externe Einflüsse. Die Kinder wollen mehr und mehr eigene Entscheidungen treffen dürfen und werden in der Kita, der Schule oder Zuhause dazu auch ermuntert.

Gleichzeitig geht mit diesem Zugewinn an Autonomie aber auch eine größere Erwartung der Umwelt einher. Sie müssen sich beweisen und bestimmte Leistungen erbringen.
Sie gehören nicht mehr zu den Kleinen bei denen man mal ein Auge zudrückt. Sie sind aber auch noch die die Großen, bei denen alles reibungslos klappt.

Dieser Zwiespalt führt zu extrem sprunghaftem Verhalten. Mal wollen sie – ganz die Großen – Verantwortung übernehmen und sich lossagen von den Eltern. Um kurz darauf – wie die Kleinen – Hilfe und Unterstützung verlangen.

Typische “Symptome” der Wackelzahnpubertät

Die Wackelzahnpubertät tritt – der Name sagt es ja bereits – mit dem Wackeln oder Ausfallen der ersten Milchzähne auf. Das ist von Kind zu Kind sehr unterschiedlich, meist aber im Alter von fünf bis sechs Jahre und damit rund um den Wechsel von Kita oder Kindergarten zu Vorschule oder Schule.

Erkennen wirst Du die Wackelzahnpubertät dabei selbst recht schnell, da Dein Kind Verhalten zeigt, das Du so nicht kennst. Dazu gehört zum Beispiel:

  • Wutanfälle bei Kleinigkeiten
  • Gereiztheit und viiiel schlechte Laune
  • plötzliche Traurigkeit, häufig ohne erkennbaren Grund
  • Wunsch nach stärkerer Autonomie/Eigenständigkeit
  • Anhänglichkeit und stärkeres Bedürfnis nach Zuwendung & Liebe (bei vielen Kindern klappt häufig das Einschlafen nicht mehr wie gewohnt)
  • Einfordern von Lob und Anerkennung
  • provozierendes Verhalten

Wie umgehen mit der Wackelzahnpubertät?

Die Wackelzahnpubertät mag anstrengend sein. Sie sollte aber nicht dazu führen, dass sich das Verhältnis zwischen Dir und Deinem Kind ändert oder Du gar an Dir selbst zweifelst.

Deine Erziehung hat nicht versagt!

Das Wichtigste vielleicht: Du bist nicht allein! Auch andere Familien sind “betroffen”.
Manche Kinder erleben ihre Milchzahnpubertät stärker, andere Kinder wiederum fast gar nicht.

Die Intensität und die Folgen dieser 6-Jahreskrise haben aber nichts mit Deiner Erziehung zu tun!

Tipps für den Umgang mit der Wackelzahnpubertät

Es gibt eine Reihe von Tipps zum Umgang mit der Wackelzahnpubertät.
Die drei wichtigsten sind die folgenden:

  1. Halt durch Strukturen
    Wenn in Deinem Kind alles verrückt spielt und sich alles verändert, dann bleibe Du der Fels in der Brandung. Durch feste Strukturen und Verlässlichkeit gibst Du Deinem Kind das Vertrauen, das an anderer Stelle vielleicht verloren geht.
  2. Gefühle ernstnehmen
    Auch, wenn Dein Kind im absoluten Gefühlschaos steckt und die eigenen Emotionen im Minutentakt außer Kontrolle geraten, so solltest Du die Gefühle ernst nehmen. Fröhlichkeit und gute Laune ebenso, wie Wut und Zorn. Und eben auch dann, wenn diese Emotionen munter wechseln.
  3. Miteinander sprechen
    Gerade weil Kinder im Alter von sechs Jahren, die Welt zu verstehen, solltest Du mit Deinem Kind sprechen, was da gerade passiert. Fragen und Zuhören, woher die Launen kommen, gehört genauso dazu, wie das Erklären, warum sich gerade alles ändert.
  4. Durchatmen
    Das vielleicht Wichtigste: Nimm Dir die Wut und den Zorn und die vielleicht auch bösen Worte nicht zu Herzen.
    Laut zu werden ist menschlich, aber erinnere Dich immer daran: Dein Kind weiß im Zweifel selbst nicht, warum es gerade so verletzend ist.
    Daher atme häufiger mal durch und begegne Deinem Kind mit der gleichen Liebe wie immer.
    Ist die Wut erst einmal raus, wird sich Dein Kind über warme Worte und eine Umarmung freuen!

Was ist die Wackelzahnpubertät?

Als Wackelzahnpubertät (auch Milchzahnpubertät, Zahnlückenpubertät, kleine Pubertät oder 6-Jahreskrise) bezeichnet man die Stimmungsschwankungen, die viele Fünf- und Sechsjährige durchmachen.
Als Reaktion auf das körperliche und geistige Wachstum reagieren sie mit teils heftigen Emotionsschwankungen.

In welchem Alter tritt die Wackelzahnpubertät auf?

Die Wackelzahnpubertät tritt meist rund um das Wackeln und Ausfallen der ersten Milchzähne auf, also im Alter von etwa fünf bis sechs Jahren.

Wie äußert sich die Wackelzahnpubertät?

Wackelzahnpubertät: Traurigkeit und Wut gehören dazu

Viele Kinder reagieren auf das körperliche und geistige Wachstum mit teils heftigen Emotionsschwankungen. Sie sind dann oft zornig, reagieren unverständlich heftig auf kleinste Auslöser oder provozieren mit ihrem Verhalten extrem.

Was tun gegen die Wackelzahnpubertät?

Tun kann man gegen die Wackelzahnpubertät nichts. Man muss sie nur aushalten und seinem Kind ein gutes Elternteil sein, das zuhört und eine emotionale Stütze ist.

Wann hört die Wackelzahnpubertät auf?

Die Wackelzahnpubertät begleitet die meisten Kinder meist bis ins erste oder zweite Schuljahr und bis es die emotionale Festigkeit in der neuen Rolle gefunden hat.

Ist die Wackelzahnpubertät hormonell bedingt?

Nein. Anders als die richtige Pubertät ist die Wackelzahnpubertät nicht hormonell bedingt. Vielmehr wird das Kind durch das eigene schnelle körperliche und geistige Wachstum so sehr gefordert, dass es manchmal die eigenen Emotionen nicht mehr zu kontrollieren weiß und dann übermäßig emotional empfindlich ist.

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