Porto mit Kleinkindern

Reisetipps für Porto mit Kleinkindern

Wer an Familienurlaub in Portugal denkt, der denkt meist wohl an die Algarve oder an Lissabon. Porto kommt einem vermutlich nicht sofort in den Sinn.

So ging es auch uns. Porto stand nie ganz oben auf unserer Bucketlist und eigentlich auch überhaupt nicht auf dieser Liste. – Bis zu dem Tag, an dem wir die Einladung zu einer Hochzeit in Porto bekommen haben und den Familienurlaub spontan dort verbracht haben. 

Die Frage aller Fragen bei der Reiseplanung: Was macht man mit Kleinkindern in Porto?
Hier sind unsere Tipps!

Hinweis für deine Reiseplanung: Wir waren Mitte Juli für eine Woche in Porto, haben nichts pauschal gebucht, unsere Mädels waren zu dem Zeitpunkt 3 ½ und knapp über ein Jahr alt

Allgemeine Tipps

  • Vom Flughafen fährt die Metro in ca. 45 Minuten in die Innenstadt. Mit Gepäck und Buggy macht das (siehe Punkt „Barrierefreiheit“) aber keinen Spaß. Besser lasst ihr euch von eurem Hotel einen Fahrdienst vermitteln. Je nach Service kostet die Fahrt bis in die Innenstadt dann ca. 25-40€ und dauert etwa 25 Minuten. Achtet darauf, Kindersitze bei der Bestellung zu berücksichtigen, die gehören bei Taxen nicht zur Grundausstattung.
  • Porto ist ziemlich hügelig. Man kann die Stadt zwar mit Buggy erklimmen, dafür braucht man aber Kraft und Ausdauer. Leider sind viele Wege zudem mit Stufen versehen. Das solltet ihr bei Ausflügen berücksichtigen.
  • Wir haben nich nie so viele kinderfreundliche Menschen erlebt, wie in Porto. Das setzt sich auch in den Restaurants fort. Einen Kinderhochstuhl gibt es fast immer, kinderfreundliches Essen auch. Allerdings öffnen die meisten Restaurants erst gegen 19 oder 19:30 Uhr. Mit deutschen Zu-Bett-Geh-Zeiten kann das manchmal eng werden.

Daumen hoch: Das lohnt sich mit Kleinkindern in Porto

1. Fahrt mit der Standseilbahn

Die Ufer des Douro laden beidseitig zum Schlendern, Shoppen und Essen ein. Doch der Wiederaufstieg ist eine Herausforderung. – Und mit Buggy und zwei Kindern für uns nicht zu meistern gewesen.

Zum Glück gibt es mit der Standseilbahn eine prima Alternative zum Bergsteigen.

Standseilbahn in Porto
Blick von der Brücke „Ponte Luís I“ auf das rechte Ufer des Douro. Ganz links im Bild sieht man die Standseilbahn, die den steilen Berg hinaufführt. Photo von Junpeng Ouyang auf Unsplash

Direkt an der nördlichen Seite der Ponte Luís I liegt die Haltestelle Ribeira. Von dort geht es etwa 3 Minuten lang steil bergauf bis zur Haltestelle Batalha, die fast beim Teatro Nacional São João liegt. Die einfache Fahrt kostet für Erwachsene 2,50€, Kinder unter 4 sind kostenfrei.

2. Strand mit Matosinhos

Der Vorort Matosinhos im Norden der Stadt ist eigentlich ein großer Industriehafen. Hier ist aber ein großer Sandstrand, der von vielen Einheimischen zum Baden und Erholen genutzt wird. Zahlreiche Surfschulen bringen Anfängern hier zudem das Wellenreiten bei.

Auch für uns war ein Tag am Strand eine willkommene Abwechslung.

Am Einfachsten kommt ihr mit der Metro nach Matosinhos. Die Fahrt mit der Linie A dauert aus der Innenstadt Portos ca. 25-30 Minuten und kostet pro einfache Strecke 1,60€ pro Erwachsenen (Zone 3). Kinder sind frei.

An der Haltestelle „Matosinhos Sul“ steigt ihr aus, von dort aus sind es noch etwa 5 Gehminuten zum Strand. Am Strand könnt ihr sog. „Baracas“ mieten, das sind kleine Stoffzelte. Ein Vormittag (9 bis 14:30 Uhr) kostet aktuell 6€, ein ganzer Tag 12€. So braucht ihr keinen eigenen Sonnenschirm mitschleppen.
Wenn ihr das aber doch wollt, könnt ihr überall am Strand euer Lager aufbauen.

Am Strand gibt es zwei kleine Restaurants/Imbisse, zudem laufen Verkäufer für Eis, Snacks und Getränke über den Strand. Eine Dose Cola kostet ca. 1,50 bis 2€.

Der Strand ist lang und breit, der Sand ganz fein. Aber Achtung: Wie überall am Atlantik ist die Brandung rau und die Strömung stark, das Wasser kalt. Bei ungünstigem Wind riecht man leider die Industrieanlagen, die rechts der Strands liegen.

3. Jardins do Palacio de Cristal

Die Jardins do Palacio de Cristal sind perfekt geeignet, um den Großstadttrubel für einige Stunden zu entkommen und ein schattiges Plätzchen mit perfektem Ausblick auf den Douro zu finden.

Während die Eltern mit Ruhe und Erholung belohnt werden, können die Kinder sich über freilaufende Pfauen und einen ganz fantastischen Spielplatz mit Klettergerüsten, Rutschen und Schaukeln freuen.

Pfau in den Jardins do Palacio de Cristal in Porto
Für die Eltern Ruhe, für die Kinder einen tollen Spielplatz und freilaufende Pfauen: Die Jardins do Palacio de Cristal in Porto bieten eine tolle Abwechslung zum Großstadttrubel.

Ein kleiner Imbiss bietet kalte Getränke, warme Kleinigkeiten und für jeden ein Eis.

Anders, als Google Maps z. B. behauptet, hat der Park während der Sommermonate täglich und auch sonntags geöffnet!

Daumen runter: Das macht keinen Spaß mit Kindern in Porto

1. Spielplätze

Der Spielplatz in der Jardims do Palacio de Cristal ist eher Ausnahme denn Regel: Gute Spielplätze zu finden, ist in Porto – wie in den meisten südeuropäischen Städten – eine große Herausforderung.

Und wenn man überhaupt einen Spielplatz gefunden hat, dann:

  1. ist er in der prallen Sonne ohne Schatten,
  2. ist der Boden mit Tartanmatten ausgelegt und eine Sandkiste meistens nicht vorhanden,
  3. sind die Spielgeräte zwar regelmäßig geprüft, aber sehr veraltet und nur für größere Kinder geeignet.

Neben dem wirklich tollen Spielplatz in den Jardims do Palacio de Cristal haben wir tatsächlich keinen einzigen anderen guten gefunden.

Verlasst euch zudem nicht auf Google Maps oder andere Karten. Die meisten Spielplätze („Parque Infantil“) sind gar nicht erst verzeichnet. Am besten steuert ihr die verschiedenen Parks an, meistens gibt es wenigsten ein paar Spielgeräte. Verzeichnet sind nur die größeren Spielplätze, ein Qualitätsmerkmal ist das aber nicht. Wir haben z. B. noch den Spielplatz im Quinta do Covelo angesteuert und wurden sehr enttäuscht.

2. Seilbahn

Wenn ihr den Douro mit der Brücke „Ponte Luís I“ überquert habt, entdeckt ihr auf der anderen Seite die Seilbahn „Teleférico de Gaia“. Die (für Erwachsene) 6€ teure Einzelfahrt mit der Seilbahn führt von der oberen Ebene der Brücke hinunter zum Ufer des Douro oder – in der anderen Richtung – vom Ufer hoch zur Brücke.

Meine Empfehlung: Lasst es!

Wer einmal in den Alpen Seilbahn gefahren ist, wird herbe enttäuscht. Die ca. 5 Minuten lange Fahrt ist weder sonderlich spektakulär, noch ist der Ausblick besser als von der Ponte Luís. Dafür darf man bei Bedarf – wie im Freizeitpark – am Ende der Fahrt noch ein 7€ teures Erinnerungsfoto erstehen.

3. Barrierefreiheit

Porto ist hügelig, sehr sogar. Selbst die auf der Karte leichtesten Strecken entpuppen sich häufig als ein einziges bergauf, bergab. Das wäre nicht so schlimm, wenn man für weitere Strecken das sehr gut ausgebaute Metronetz nutzen könnte.

Doch leider steht Barrierefreiheit nicht ganz oben auf der Prioritätenliste. So sind beispielsweise die meisten Metrobahnhöfe zwar mit Rolltreppen gut ausgestattet. Die dürfen mit Buggy und Kinderwagen aber nicht benutzt werden und einen Fahrstuhl gibt es dann nicht.

Diese Einschränkungen setzen sich dann fort bei Eingängen mit Treppen, nicht abgesenkten Bustüren oder Straßenlaternen mitten auf engen Bürgersteigen.

Wir haben Porto mit Buggy erkundet und das hat auch alles gut geklappt. Ihr solltet bei eurem Besuch nur auf die ein oder andere Überraschung gefasst sein. 😉

4. Café Majestic

Das Café Majestic gilt als eines der Top Ziele in Porto schlecht hin. Vollkommen übertrieben, wenn man mich fragen würde. – Sowohl mit Kleinkindern an Board, als auch ohne.

Klar, das Café ist optisch eine wirkliche Attraktion. Außenbereich und der imposante Speisesaal erzählen die Geschichte einer anderen, sehr opulenten Welt. Das gastronomische Angebot ist letztlich aber auch nur ein Touri-Nepp.

Eine Cola kostet 5€, ein Stück Käsekuchen 7€. Ein Burger mit Pommes gibt es ab 15€. Das ist im Vergleich zu allen anderen von uns besuchten Restaurants absolutes Top-Preis-Segment. Und die Qualität der Speisen rechtfertigt das leider nicht.

Für das schöne Instagram-Foto und das Warten in der Einlassschlange gibt es hier einen ordentlichen Preisaufschlag. Don’t do it!

Hotelempfehlung in Porto

Zu Hotels können wir nicht viel sagen, da wir selbst nur in einem geschlafen haben. Das können wir dafür ohne Einschränkung empfehlen: Das Grande Hotel do Porto.

Zwar war das von uns gebuchte Familienzimmer doch recht klein für vier Personen (Doppelbett, Schlafcouch und Beistellbabybett) und dafür sehr teuer (150€/Nacht inkl. Frühstück). Aber der top Service hat uns den Urlaub so viel einfacher gemacht.

Netter Nebeneffekt: Das Hotel ist das älteste Hotel der Stadt, man spürt die Geschichte und ist mitten in der Innenstadt, unweit der Metro-Haltestelle Bolhão.

Restaurantempfehlungen in Porto

Auch wenn grundsätzlich alle von uns besuchten Restaurants mit Kindern zu empfehlen wären, gibt es doch einige Highlights, die uns in Erinnerung geblieben sind:

Adrian

Author: Adrian

Ich bin Adrian, habe Hamburg liebengelernt und mich in Hamburg in meine Frau verliebt. Aus dieser Liebe sind zwei Töchter (*2016, *2018) hervorgegangen. Auf vaterjahre.de berichte ich vom Leben als Familie, von meinen Erfahrungen und unserer Erziehung, ich stelle spannende Produkte vor und lasse mich von und für Kinder-Apps begeistern. – Wenn sie gut gemacht sind.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.