Rassismus: Wie erzieht man sein Kind zu einem ordentlichen Menschen?

Der Mord an George Floyd führt uns allen das Thema Rassismus vor Augen. Doch anders, als wir das vielleicht manchmal hätten, ist das kein US-amerikanisches Problem. Rassismus gibt es auch in unserer Gesellschaft. Wie also können wir unsere Kinder zu ordentlichen, vorurteilsfreien Menschen erziehen?

Rassismus ist fester Bestandteil unserer Gesellschaft. Auch im Jahr 2020 werden Menschen mit nicht-weißer Hautfarbe wegen ihres „anderen“ Aussehens anders behandelt, vorverurteilt, benachteiligt, angefeindet, …

Dieser Rassismus beschränkt sich nicht auf die extremen Fälle alle paar Jahre, bei denen Menschen in ihrem Leben bedroht werden oder gar sterben.
Übergriffe und Anfeindungen gehören zum Leben von Menschen mit nicht-weißer Hautfarbe.

Zu diesem Rassismus gehört etwa auch, dass er nicht die mediale Aufmerksamkeit findet, wie andere gesellschaftliche Ereignisse. Das Erste sendet z. B. keinen „Brennpunkt“ zu den Ereignissen um George Floyd und die Folgen in aller Welt. Obwohl das Format sonst – beinahe inflationär – für jeden Quatsch herhalten muss: Vulkanausbrüche auf Island, Rekordhitze im Sommer 2019, Pleite bei Thomas Cook oder den Rückzug von Annegret Kramp-Karrenbauer um nur einige Themen zu nennen.

Carolin Kebekus sendet ihren eigenen Brennpunkt zum Thema Rassismus, weil es das Erste sonst nicht hinbekommt.

Wenn also dieser Rassismus Teil unserer Gesellschaft ist, wie können wir selbst unsere Kinder dann zu vorurteilsfreien, zu anständigen Menschen erziehen?
Denn eines ist sicher: Kinder werden nicht als Rassisten geboren, sie werden dazu gemacht. – Sei es durch bewusste Erziehung oder durch Schweigen zu dem Thema oder gar durch Sozialisierung.

Ich jedenfalls will, dass unsere Töchter mit offenen Augen und offenem Herzen großwerden. Was also müssen wir tun, damit sie keine Rassisten werden?

Bei Rassismus im eigenen Umfeld laut widersprechen

Manchmal fällt uns Rassismus gar nicht so auf und doch ist er präsent: In stereotypischen Äußerungen, im Aussprechen von Vorurteilen, bei argwöhnischen Blicken, in verändertem Verhalten.

Widerspreche laut, wenn es diesen unterschwelligen Rassismus in deinem Freundes- und Familienkreis gibt!

Betone die Vielfalt unserer Gesellschaft!

„Hautfarbe“ ist keine Farbe wie rot, grün oder blau!

Besprich mit deinen Kindern, dass Menschen unterschiedlich aussehen und wir alle trotzdem Menschen sind.

PoC sind keine Ausländer

Die wenigsten Menschen mit nicht-weißer Hautfarbe in Deutschland sind Ausländer. – Im Gegenteil sind die meisten in dritter oder gar vierter Generation in Deutschland geboren.

Vermeide auch hier stereotypische Aussagen. Nicht jeder Mensch mit dunkler Hautfarbe ist automatisch „Afrikaner“ und man muss diese Menschen auch nicht auf Englisch in der S-Bahn anquatschen.

Lern die Geschichte dieses Landes!

Auch die deutsche Vergangenheit ist – wie die der USA, von Großbritannien, Frankreich oder Spanien – von Rassismus und Kolonialismus geprägt. Wir sollten nicht so tun, als sei das alles nicht unser Problem.

Deutschland hat sich z. B. noch immer nicht am Völkermord an den Herero entschuldigt oder gar Entschädigung geleistet. Von dieser – und anderer! – Verantwortung dürfen wir uns nicht freisprechen. (Die Gräueltaten während der NS-Diktatur brauche ich wohl nicht erwähnen.)

Lies Bücher, in denen Diversität gelebt wird

Wir lieben es, abends Pippi Langstrumpf zu lesen. Aber das Buch ist – selbst in überarbeiteten Versionen – zutiefst rassistisch oder vermittelt wenigstens ein vollkommen falsches Bild der Gesellschaft (auch wenn es immer wieder Menschen gibt, die das nicht wahrhaben wollen).
Wenn von Pippis Papa als „Negerkönig“ geschrieben wird, ist das eigentlich nur die Spitze des Eisbergs.

Du solltest mit deinen Kindern daher auch solche Bücher lesen, die ein modernes und vorurteilsfreies Bild unserer Gesellschaft zeigen.

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